3. Juni: Orgelkonzert in der Reformationskirche

Herzliche Einladung zum Orgelkonzert am kommenden Sonntag, den 3. Juni, um 18.30 Uhr, in der Reformationskirche Berlin-Moabit. Das Konzert steht unter dem Motto “Gesänge der Vögel”, es erklingen Werke von Bach, Messiaen, Couperin u.a.
Der Eintritt ist frei, eine Spende am Ausgang wird erbeten.

Verleih uns Frieden: Konzert mit dem Staats- und Domchor

Der Kapellchor des Staats- und Domchores beschäftigt sich im großen Gedenkjahr 2018 (400 Jahre Beginn des 30-jährigen Krieges, 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges) mit Musik zum Thema Krieg und Frieden und singt von Angst und Bedrängnis, aber auch von Trost und Hoffnung. Es erklingen Werke für Chor und Orgel u.a. von Bach, Mendelssohn und Chilcott.

Samstag, 14. April 2018, 17 Uhr
Pauluskirche Berlin-Zehlendorf
Kapellchor des Staats- und Domchores
Orgel: Felix Hielscher
Leitung: Johannes Stolte

Rossini: Petite Messe Solennelle

Gioachino Rossini (1792-1868)
Petite Messe solennelle

Sopran: María Konráðsdóttir
Mezzosopran: Anna Smith
Tenor: Daniel Arnaldos
Bariton: Wilko Reinhold
1. Klavier: Nicolas Bajorat
Harmonium: Jörg Walter

Leitung: Johannes Stolte

1. Konzert
Sonnabend, 21. April 2018, 19 Uhr
Reformationskirche Berlin-Moabit
Beusselstr. 35, 10553 Berlin
Eintritt: 12 Euro; ermäßigt 8 Euro

2. Konzert
Sonntag, 22. April 2018, 17 Uhr
Jüterbog, St. Nikolai
Nikolaikirchplatz 1, 14913 Jüterbog
Eintritt: 12 Euro; ermäßigt 8 Euro

Einführungstext zum Konzert (pdf) unter:
www.cantorei.de

Weihnachtskonzerte mit Mendelssohn!

Am 9. Dezember 2017, 19 Uhr in der Reformationskirche (Leitung Johannes Stolte) sowie
am 10. Dezember 2017, 16 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche Kreuzberg in unmittelbarer Nähe zu Mendelssohns Grab auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof (Leitung Jens Albert):

Gedanken zum Mendelssohn-Weihnachtskonzert 2017

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen. […] Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

Mit diesen rätselhaften und poetischen Worten beginnt das Johannes-Evangelium. Eine ganze theologische Welt öffnet sich hier. Der Dualismus zwischen Licht und Finsternis ist ein Grundprinzip der Weihnachtsbotschaft und spiegelt sich in unseren Bräuchen: Gott kommt in die dunkle Welt und erleuchtet die Menschen, wir entzünden Kerzen an Bäumen, auf Kränzen und Tischen.

In Mendelssohns Zweiter Sinfonie, die er als „Sinfonie-Kantate“ bezeichnet, ist der Antagonismus zwischen Dunkelheit und Licht, Nacht und Tag allgegenwärtig. Insofern passt das Werk in ein weihnachtliches Programm. Ursprünglich komponiert wurde der „Lobgesang“ allerdings zum 400-jährigen Gedenken an die Erfindung des Buchdruckes, ein Umstand, der zu einer weiteren Idee von „Licht“ führt. Der Buchdruck hat die Reformation erst ermöglicht, und zwar durch die günstige Massenverbreitung von Schriftstücken – vorher war die Herstellung von Büchern höchst aufwendig und Wissen somit ein Luxusgut für auserwählte Kreise.

Martin Luther hingegen setzt sich für Mündigkeit in Glaubensfragen ein und damit für die Befreiung von theologischen Zwängen in der katholischen Kirche. Luthers Ideen führen in seiner Nachfolge von geistlicher Gedankenfreiheit zum „Gebrauch des eigenen Verstandes“, wie der Philosoph Immanuel Kant formuliert. Musikalisch findet diese Idee der Aufklärung einen Widerhall in Joseph Haydns „Schöpfung“, die die Cantorei im vergangenen Jahr aufgeführt hat. Wie in der „Schöpfung“ steht im “Lobgesang” das Licht als Antagonist zum Chaos und erfährt eine höchst wirkungsvolle Darstellung im triumphalen C-Dur. Diese „reine“ Tonart ohne Vorzeichen findet auch in der Choralkantate „Vom Himmel hoch“ reichlich Verwendung – dem ersten Stück des heutigen Abends.

Dies führt uns zu einem dritten möglichen Höransatz für das Konzert: Das Einstehen für Grundwerte, die für unser heutiges Zusammenleben essentiell sind, aber von vielen Seiten bedroht werden. „So lasst uns […] anlegen die Waffen des Lichts“, diese zunächst martialisch anmutende Aufforderung, kann Sinne eines aufgeklärten Protestantismus als Ermunterung zur Besinnung auf die Kraft des Verstandes gedeutet werden.

Die Kantate „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ basiert nach dem Vorbild der Choralkantaten Johann Sebastian Bachs auf Luthers berühmtem gleichnamigen Weihnachtslied. Ironischerweise ließ sich Mendelssohn zu dieser Verarbeitung eines „urlutherischen“ Gesanges ausgerechnet auf seiner Reise ins katholische Italien auf den Spuren Goethes inspirieren. Er hatte ein kleines Buch mit Luther-Liedern dabei, deren musikalischen Gehalt er im Verlauf der Reise wertschätzen lernte. Die Vertrautheit mit den Bachschen Werken, die er in der Berliner Sing-Akademie ausführlich studiert hatte, ist in der Kantate deutlich hörbar – und doch ist es in Gestus und Farbe ein typischer „Mendelssohn“, in dem man auch die Landschaft und das Licht Italiens hören kann.

Lange Nacht der Chöre 2017

Am 9. September findet ab 18 Uhr die 13. Lange Nacht der Chöre in der Reformationskirche Berlin-Moabit statt. Mehr als zwei Dutzend Chöre bringen die Kirche im Laufe des Abends zum Klingen, bevor um 1 Uhr nachts alle gemeinsam das Abendlied von J. Rheinberger anstimmen. Herzliche Einladung zu einer entdeckungsreichen Nacht!

Frühjahrskonzert des Kapellchores

Der Kapellchor des Staats- und Domchores Berlin wird mit einem barocken Instrumentalensemble und Solisten des Konzertchores in der Trinitatiskirche Charlottenburg am 25. März um 17 Uhr ein Programm mit Werken von Telemann (250. Todesjahr 2017), Buxtehude und Schütz präsentieren.

Der Eintritt ist frei und alle Beteiligten freuen sich über ein großes Publikum!

Vokalmusik der Renaissance

Wer einen Einblick in die Chordirigentenausbildung an der UdK bekommen möchte und ein Interesse an Musik aus Renaissance und Frühbarock hat, ist herzlich zum Semesterabschluss der Schul- und Kirchenmusikstudierenden am 18. Februar in die Bundesallee 1-12 eingeladen:

Konzert: In Paradisum

Eine herzliche Einladung zum anstehenden Konzert der Cantorei der Reformationskirche mit Werken von Duruflé, Rheinberger und Puccini – dieses Mal allerdings ausnahmsweise in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, 10783 Berlin.

in-paradisum

Zu einem Chorkonzert mit zum Totensonntag ausgewählten Stücken aus dem 19. und 20. Jahrhundert lädt die Cantorei der Reformationskirche unter Leitung von Johannes Stolte ein. Mitwirkende sind neben dem gemischten Chor, Solisten, ein Streicherensemble und Knaben des Staats- und Domchors Berlin.
Das Stabat Mater steht in der großen Tradition der Marienklage. Der Text, der inhaltlich und affektiv sehr gleichförmig, fast monoton dahinfließt, findet sich seit dem 14. Jahrhundert in Gebetbüchern. Spannend ist, dass hier die Menschlichkeit einer biblischen Figur in den Mittelpunkt gestellt wird, der Schmerz der Mutter Jesu unter dem Kreuz. Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) komponierte sein Stabat Mater op. 138 einem Brief zufolge als Einlösung eines Versprechens gegenüber der Muttergottes anlässlich der Heilung seiner entzündeten Hand.
Zwischen der (süd-)deutschen Klarheit eines Rheinberger und dem französischen Farbreichtum eines Duruflé ist eines der wenigen Kammermusikwerke des großen italienischen Opernkomponisten Giacomo Puccini (1858-1924) zu hören, das mit dem Titel „I Crisantemi“ auf Trauerblumen verweist und ursprünglich für ein Streichquartett vorgesehen ist. In der Tat handelt es sich um eine Trauermusik, die Puccinis Freund Amadeus I., 1871-1873 König von Spanien, gewidmet ist.
Maurice Duruflé (1902-1986) sagt selbst über sein Requiem: “Es ist so sanftmütig wie ich selbst.” Der Tod wird hier als Erlösung, nicht als Schreckensbild inszeniert und wann immer der Text Härten vorgibt und die Komposition sich dramatisch aufschaukelt, folgt erneut die Bitte um ewigen Frieden. In Duruflés Tonsprache ist das bestimmende Element der gregorianische Choral. Die Bezüge zur Gregorianik sind teils wörtlich-zitierend, teils frei-entwickelnd, aber in jedem Satz deutlich spürbar. Besonders der großteils lyrisch-fließende Rhythmus trägt zu dem besonderen Klangbild des Werkes bei.
Das Stabat Mater gipfelt in der Hoffnung, einst die Herrlichkeit des Paradieses zu erlangen, die bei Rheinberger durch eine historisierende Schlusskadenz eindrücklich befreiend vertont wird. Im Requiem kann der Tote nicht mehr selbst bitten, für ihn muss das die versammelte Gemeinde tun. Auf dem Weg zum Grab, also gar nicht mehr als regulärer Bestandteil der Totenmesse, wurde um den Eingang der Seele ins Paradies gebeten.