“Bach und Bauhaus”

Orgelkonzert mit Werken von Bach, Hindemith, Krenek u.a.
Freitag, 8. November 2019, 20 Uhr
Französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt
an der Eule-Orgel: Johannes Stolte

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Paul Klee: Im Bachschen Stil (1919)

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums begibt sich das Programm auf die Suche nach den Spuren, die das Bauhaus in der Musik hinterlassen hat.
Ausgangspunkt ist dabei Johann Sebastian Bach, der von vielen Persönlichkeiten rund um das Bauhaus hoch verehrt wurde. Paul Klee und Lyonel Feininger haben “Fugen” gemalt und sogar auch komponiert, dem Bauhaus nahe stehende Komponisten wie Ferrucio Busoni und Arnold Schönberg haben Bachsche Orgelwerke für Klavier oder Orchester bearbeitet. Ein besonderes Augenmerk wird auf Bachs Orgelbüchlein liegen, das wie das Bauhaus in Weimar entstanden ist und auch darüber hinaus manchen Prinzipien der Bauhausschule vorauszueilen scheint.
Paul Hindemith, Ernst Krenek und John Cage haben alle einen persönlichen Bezug zum Bauhaus und gehören zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, die sich auch dem Instrument Orgel gewidmet haben. In den erklingenden Werken lässt sich exemplarisch die Vielfalt der Kompositionsstile nach 1900 ablesen, die alle ein Stück weit auch Bauhaus-Handschrift tragen: vom Neoklassizismus Hindemiths über die Zwölftönigkeit Kreneks bis hin zur Minimal Music eines John Cage.

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Fantasie g-Moll, BWV 542/1

Johann Sebastian Bach                                  Ernst Krenek (1900-1991)

Aus dem Orgelbüchlein                                   Choralvorspiele

Dies sind die heil‘gen zehn Gebot, BWV 635

Jesaja, dem Propheten, das geschah

Durch Adams Fall ist ganz verderbt, BWV 637

                                                      O Lebensbrünnlein tief und groß

Gott, durch deine Güte / Gottes Sohn ist kommen,BWV 600

                                                      O Christe, Morgensterne

Herr Jesu Christ, dich zu uns wend,BWV 632

                                                      Freut euch, ihr lieben Christen

Ernst Krenek

Aus: Die vier Winde, op. 223

Notos – Zephyros

Paul Hindemith (1895-1963)

Orgelsonate II (1937)

Lebhaft – Ruhig bewegt – Fuge. Mäßig bewegt, Heiter

John Cage (1912-1992)

Souvenir (1983)

Johann Sebastian Bach

Fuge g-Moll, BWV 542/2

Lyonel Feininger: Zirchow VII (1918)

Stellenantritt in Kreuzberg-West

Heilig-Kreuz-Kirche Berlin

Am 1. September 2019 beginne ich meinen Dienst als Regionalkantor in Kreuzberg-West mit Zuständigkeit für die Kirchengemeinden Heilig Kreuz-Passion und Jesus Christus.

Der Einführungsgottesdienst mit viel Chor- und Orgelmusik findet am 15. September 2019 um 18 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65 statt. Im Anschluss wird es bei einem kleinen Umtrunk Gelegenheit zum Kennenlernen und für Gespräche geben – herzliche Einladung!

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser…

Sommerkonzerte mit der Cantorei der Reformationskirche, in Berlin:

… und an der Ostsee:

Wasser in seinen vielen Facetten kann sinnbildlich für göttliche Präsenz stehen, für Werden und Vergehen, für spirituelle Reinigung, auch für die menschliche Seele überhaupt. Die Nähe zum Wasser, etwa in Gestalt von Meer, Fluss oder Quelle, öffnet unseren Geist und lässt uns gleichzeitig zur Ruhe kommen. Dieses Ziel verfolgt auch das aktuelle Konzertprogramm der Cantorei der Reformationskirche Berlin-Moabit, das den verschiedenen mit dem Wasser verbundenen Sichtweisen und Klangwelten Raum geben soll.

Wie tief die einzelnen Werke sich mit dem Element Wasser auseinandersetzen, ist dabei höchst unterschiedlich: In den Chorballaden des liechtensteinisch-deutschen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger zum Beispiel ist das Wasser vor allem ein atmosphärisches Hintergrundrauschen für romantische Stimmungsmusik. In den beiden Vertonungen des 42. Psalms des italienischen Renaissancemeisters Giovanni Pierluigi da Palestrina und des aus Estland stammenden und in Berlin wirkenden Rudolf Tobias wird der Wasserdurst in der Wüste zum Sinnbild für die Suche nach Gott. Claus-Steffen Mahnkopfs Stück „mehr wasser“ öffnet eine andere Klangwelt, in der die Kraft und typischen Geräusche des Wassers – vom Murmeln über das Brodeln hin zum Zischen – vom Chor mit sprachlichen Mitteln akustisch dargestellt werden.

Israelsbrünnlein

Der Kammerchor Passion widmet sich der großartigen Madrigalsammlung von Johann Hermann Schein (1623), ergänzt durch Werke von Heinrich Schütz und Johannes Brahms. Der Zyklus bildet bei größtmöglicher Synthese von Text und Musik die menschlichen Grunderfahrungen rund um Freude, Trauer, Trost und Zuversicht ab.

J.S. Bach: Messe in h-Moll

Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe hat als mythisches Werk der Superlative und musikalisches Vermächtnis Bachs ihren Platz in der Musikgeschichte gefunden. Auch wenn trotz intensiver Forschung vieles rätselhaft bleiben wird, hat das Werk in seinem universalistischen Anspruch beispielhaften Charakter – Bach zeigt, was kompositorisch in seiner Zeit möglich war und verbindet die verschiedensten europäischen Musikstile, Satzarten und Formen. Gleichzeitig ist diese einzige vollständige Messvertonung Bachs Frucht einer lebenslangen, überkonfessionellen Durchdringung von Glaubensinhalten und deren Übertragung in die Sprache der Musik.

Die Handschrift des Werkes, niedergeschrieben in Bachs letzten Lebensjahren nach einem jahrzehntelangen Entstehungsprozess und aufbewahrt in der Staatsbibliothek Berlin, ist seit 2015 Teil des Weltdokumentenerbes der UNESCO.

Die Kantorei der Passionskirche führt das ergreifende Werk gemeinsam mit der Capella Passiflora und einem Solistenquartett am 5. und 7. April, jeweils 19.30 Uhr, in der Heilig Kreuz-Kirche Berlin-Kreuzberg auf.

Karten zu 20€/ erm. 15€ an der Abendkasse, telefonische Vorbestellung unter 030 81492598

Brahms-Requiem in Frohnau

Sonntag, 17. Februar 2019, 19 Uhr Johanneskirche Frohnau

bearbeitet für Harmonium, Klavier, Solisten und Chor von Jörg Walter
Christina Elbe, Sopran
Tye Maurice Thomas, Bass
Jörg Walter, Harmonium
Stephanie Hoernes, Klavier
Cantorei der Reformationskirche
Kammerchor Adoramus (Słubice, PL)
Leitung: Johannes Stolte

Es ist ein großes sinfonische Trostoratorium – eine Musik, die bis heute viele Menschen zutiefst berührt. Brahms‘ im kirchlich-theologischen Sinne sehr zurückhaltende und ganz allgemein auf Trost und Trösten fokussierte Textzusammenstellung hat neben der unübertroffenen musikalischen Gestaltung wohl nicht ganz unwesentlich für die breite Anerkennung gesorgt, die er hierfür erhalten hat. Johannes Brahms fand für sein Requiem-Libretto Bibelworte fernab des kirchlichen Dogmas, in denen seine persönliche und künstlerische Sicht auf die „letzten Dinge“ aufscheint; dabei war er mit Anfang dreißig noch ein junger Mann. Das Werk bedeutete seinen Durchbruch als Komponist und ist bis heute eines der meist aufgeführten sinfonischen Chorwerke, hat also universellen Charakter und berührt Menschen unabhängig von ihrem weltanschaulichen Hintergrund.

Alle Komponisten der Romantik waren Suchende in einer Welt, die aus den Fugen geriet. Sie bewegten sich im Zwischenbereich von Schmerz und Liebe, Tod und Erfüllung. Kein Wunder, war doch das spätere 19. Jahrhundert eine Epoche rasanter Veränderungen angesichts der Evolutionstheorie, Religionskritik, der Industrialisierung und der Gründung der Nationalstaaten. Religion wurde besonders in gebildeten Kreisen weitgehend der Privatsphäre zugeordnet, Natur oder Kunst wurden zu Ersatzreligionen. Brahms verstand die Bibel mehr als Dichtung, denn als göttliche Offenbarung, sie war für ihn ein Steinbruch, dem er Teile entnahm, die seinem Glauben entsprachen und ihn als Komponisten inspirierten — ganz anders als Liszt und vor allem Bruckner, die einem von Rom betriebenen restaurativen Katholizismus verbunden waren.

Aufgrund der großen Beliebtheit des Werkes sind die verschiedensten Bearbeitungen entstanden: So gibt es mehrere Fassungen mit kleinerem Orchester. Karg-Elert hat einzelne Sätze des Requiems für Harmonium solo bearbeitet. Heinrich Poos und andere haben Fassungen für zwei Klaviere statt Orchester geschaffen. Aber auch  Brahms selbst war sein erster eigener Bearbeiter. Von ihm stammt der weit verbreitete hochkarätige Klavierauszug für einen Spieler. Zu diesem Klavierauszug schuf Jörg Walter einen ergänzenden Harmoniumpart. In ihm sind die Schwell- und Halteklänge des Orchesters verarbeitet. Dabei ergänzen sich beide Tasteninstrumente – der rhythmisch akzentuierende aber stets schnell verklingende Flügel und das weiche aber an- und abschwellende Harmonium – ganz vorzüglich. Jörg Walter am Harmonium und Stephanie Hoernes am Flügel werden gemeinsam die Sänger begleiten.

Im Unterschied zur ersten Aufführung dieser Harmoniumversion vor drei Jahren erklingt nun ein deutlich größeres und sehr viel kräftigeres symphonisches Instrument mit Druckwindtechnik. Auch die Noten für diese Aufführung sind noch einmal einer gründlichen Revision unterzogen worden. Damit wird der – ganz ohne Orchester – nur auf den beiden Tasteninstrumenten gespielte Instrumentalpart deutlich reicher und voller klingen als 2016 und dem großen symphonischen Chor ein stärkeres Gegenüber sein. Mit den Solisten Christina Elbe und Tye M. Thomas, mit der Cantorei Reformation und dem Kammerchor Adoramus aus Słubice und dem Dirigenten Johannes Stolte sind an allen Positionen hervorragende Musiker und Ensembles zu erwarten, die diesen Abend sicher zu einem unvergesslichen Erlebnis machen werden.

J. Stolte und J. Walter

Johannes Brahms – Ein deutsches Requiem

Johannes Brahms’ Deutsches Requiem ist eines der musikalischen Schlüsselwerke des 19. Jahrhunderts. Es entstand in einer Hochphase nationalistischer Bewegungen, die beklemmende Aktualität hat. Aber Brahms Abwendung von der „katholischen“ ̶ im Wortsinne „allgemeinen“ ̶ lateinischen Totenmesse liegt nicht das Motiv zugrunde, eine spezifisch deutsche Form des Totengedenkens zu schaffen. Brahms wollte mit seinem ganz besonderen, auf den Trost fokussierten und sprachlich verständlich aus Bibelworten zusammengestelltem Libretto die Menschen unmittelbar emotional ansprechen.
In diesem Sinne soll das Verbindende dieses Werkes auch Leitgedanke des deutsch-polnischen Kooperationsprojektes der Cantorei der Reformationskirche Berlin-Moabit, des Berlin-Brandenburgischen Sinfonieorchesters und des Adoramus-Chores Słubice sein. In einer Zeit, in der das historisch belastete Verhältnis beider Ländern auf politischer Ebene erneut auf der Probe steht.
Dem Brahms-Werk werden zwei polnische Chorstücke der Komponisten Paweł Łukaszewski und Józef Świder gegenüber gestellt, die das Spannungsverhältnis aus Trauer und Trost, Sehnsucht und Erfüllung in eine neoromantischen Klangsprache des 20./21. Jahrhunderts bringen. Die Vertonung des letzten Briefes des Heiligen Maximilian Kolbe an seine Mutter von Łukaszewski, verfasst kurz vor dessen Tod 1941 in Auschwitz, greift das intime Verhältnis zwischen Mutter und Kind auf, wie es auch im Brahms-Requiem eine wichtige Rolle spielt, und ist gleichzeitig ein bedrückendes Zeugnis der deutschen Gewaltherrschaft über Polen.
Über 120 Mitwirkende werden in diesem Projekt Grenzen überschreiten und in drei Konzerten in Berlin und Słubice ein Zeichen der Verständigung nach außen tragen.

Einführungstext zum Konzert

48 Stunden Fläming: Orgelkonzert mit Bach, Mendelssohn und mehr

Am morgigen Samstag, den 8. September, findet um 14.30 Uhr ein Orgelkonzert im Rahmen der Aktion “48 Stunden Fläming” an der frisch (teil-)restaurierten Baer-Orgel in der Niemegker Johanniskirche, dem größten Musikinstrument im Landkreis Potsdam-Mittelmark, statt.
Es erklingen unter dem Motto “Fünf Kontraste” Werke von Bach, Mendelssohn, Rheinberger und estnischen Komponisten.

Das vielfältige Programm von “48 Stunden Fläming”, ein Fahrplan für den Shuttle-Bus und weitere Informationen sind hier zu finden: www.flaeming-havel.de