Des Menschen Seele gleicht dem Wasser…

Sommerkonzerte mit der Cantorei der Reformationskirche, in Berlin:

… und an der Ostsee:

Wasser in seinen vielen Facetten kann sinnbildlich für göttliche Präsenz stehen, für Werden und Vergehen, für spirituelle Reinigung, auch für die menschliche Seele überhaupt. Die Nähe zum Wasser, etwa in Gestalt von Meer, Fluss oder Quelle, öffnet unseren Geist und lässt uns gleichzeitig zur Ruhe kommen. Dieses Ziel verfolgt auch das aktuelle Konzertprogramm der Cantorei der Reformationskirche Berlin-Moabit, das den verschiedenen mit dem Wasser verbundenen Sichtweisen und Klangwelten Raum geben soll.

Wie tief die einzelnen Werke sich mit dem Element Wasser auseinandersetzen, ist dabei höchst unterschiedlich: In den Chorballaden des liechtensteinisch-deutschen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger zum Beispiel ist das Wasser vor allem ein atmosphärisches Hintergrundrauschen für romantische Stimmungsmusik. In den beiden Vertonungen des 42. Psalms des italienischen Renaissancemeisters Giovanni Pierluigi da Palestrina und des aus Estland stammenden und in Berlin wirkenden Rudolf Tobias wird der Wasserdurst in der Wüste zum Sinnbild für die Suche nach Gott. Claus-Steffen Mahnkopfs Stück „mehr wasser“ öffnet eine andere Klangwelt, in der die Kraft und typischen Geräusche des Wassers – vom Murmeln über das Brodeln hin zum Zischen – vom Chor mit sprachlichen Mitteln akustisch dargestellt werden.